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"Timo, trotz Prothese, Sport ist für ihn alles"
Die Eltern nehmen 450 Kilometer Fahrtstrecke inkauf um dem 10 jährigen Timo Behindertensport zu ermöglichen.
Klick Fotos zum Vergrößern!
Timo hatte mit drei Jahren einen Schweren Unfall mit einem Rasenmähertraktor. Er wurde darufhin mit dem Helipopter nach Neustadt an der Saale geflogen und dort operiert. Der Aufenthalt dauerte 5 Wochen. Der Fuß konnte nicht mehr angenäht werden aufgrund der schwere des Unfalls. Danach wurden wir an einen Orthopädiemeister verwiesen, der nur auf seinen Profit mit der AOK aus war, wobei ich der Klinik keinen Vorwurf machen möchte. Die Prothese passte zu keinem Zeitpunkt. Timo hatte nur Probleme damit, also wechselten wir auf anraten unseres Kinderarztes den Orthopädiemechaniker. Ab da ging es wieder aufwärts.
Da Timo schon immer sehr sportbegeistert war, wollte er mit 5 Jahren Fußball spielen. Meine Frau und ich sahen uns bei den örtlichen Vereinen um und landeten beim SV Obereichenbach. Trotzdem suchten wir noch nach einen Behindertensportverein. Allerdings fanden wir nur Vereine in denen die jüngsten Mitglieder 16 bis 22 jahre und zwischen 50 und 70 Jahren.
Für Timo war es immer ein Problem, da er dachte er sei alleine auf dieser Welt mit einer solchen Behinderung.
Unser Orthopädietechniker gab uns dann eine Adresse für ein Treffen in Oberwesel. Dort treffen sich regelmäßig Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung. Nur hatten diese andere Arten von Behinderungen und Krankheiten - keinen Unfall. Aber Timo hat erkannt, dass er nicht der einzige Betroffene ist.
Bei einem dieser Treffen kam auch jemand von Bayer 04 Leverkusen um die Behindertensport Abteilung vorzustellen. Wir waren eigentlich alle daran interessiert und gaben unsere Adresse für einen Termin zu einem sogenannten Schnupperkurs an, dieser sollte dann kurz darauf stattfinden. Allerdings mussten wir auf eine Einladung lange warten. Zu diesem Schnupperkurs sind wir dann alle ( 5 Personen in der Familie ) gefahren. Dort fühlte sich Timo sehr wohl. Er verstand sich sofort mit den anderen Kindern. In Leverkusen war man sichtlich überrascht, das wir diesen weiten Weg von Bayern nach Leverkusen für unseren Sohn auf uns nahmen ( ca. 450 Km ).
Timo hat es dort so gut gefallen das er Mitglied werden wollte. Seitdem fahren wir Regelmäßig nach Leverkusen zum Training oder zu Wettbewerben wie z.B. den NRW Meisterschaften in Münster, Int. offenen Deutschen Meisterschaften und nach Duderstadt zu den Paralympic Challenge von Otto Bock.
Timo wird dort freudschaftlich aufgenommen, die Trainer , Steffi Nerius und Diana Bourrouag sind wirklich gut, und das gefällt Timo und seinen Eltern. Und deshalb nehmen sie gerne die Strapazen einer langen Wegstrecke inkauf. Noch schöner wäre es, man hätte einen gleichartigen Behinderten-Sportverein in Wohnortnähe.
Timos Website: www.paralympicsport-bayern.de
Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Werner Lörler
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Timo beim Weitsprung
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