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"Reini Sampl, schon ein Mordskerl" Vom Mega-Sportsmann zum erfolgreichen Geschäftsmann
So bin ich mit dem Skifahren aufgewachsen. Die heimischen Kader habe ich durchlaufen, bis ich 1996 bei einem Trainingssturz, ein wirklich weiter Sprung der voll ins Flache ging, mir 3 Wirbel zertrümmerte, (Th 11 bis L1). Die Landung erfolgte noch auf den Beinen, diese haben den Druck übertragen, leider haben die Wirbel das nicht ausgehalten. Bin dann noch ein paar Meter gefahren bis die Lähmung einsetze und ich einfach umgefallen bin. Rückenmark durchtrennt. Am Anfang dachte ich nur, Shit beide Beine gebrochen, als ich mich dann aber drehen wollte, spürte ich große Schmerzen im Rücken und in Folge spürte ich meine Beine nicht mehr. Als Sportler kennt man seinen Körper ein wenig und meine Befürchtung wurde mir dann im Krankenhaus bestätigt. Zuerst aber noch das übliche Programm. Notarzt , Hubschrauber usw. Nach einer mehrstündigen OP in der meine Wirbel versteift wurden, sagte mir dann der Doc auf der Intensivstation folgendes: "Reini, du bist Sportler und dir kann ich die „Wahrheit“ gleich sagen. Auf dem Röntgenbild zeigte er mir die Verletzung und dazu die Worte: "Querschnittlähmung" und somit nie mehr gehen und von nun an „ein Leben im Rollstuhl“. Da ich mit Rollstuhlfahrern zuvor keinen Kontakt hatte, wußte ich natürlich nicht was da auf mich zukommt. Ich dachte zuerst nur, Shit, nie mehr gehen, nie mehr Skifahren, nie mehr Motorrad fahren, nie mehr mit einem Mädchen am Strand spazieren gehen usw. Ich verbrachte dann ca. 12 Tage auf der Intensivstation, dann noch ein wenig im Krankenhaus, bis ich zur REHA nach Bad Härring überstellt wurde. In der Hoffung, dass man mir hier wieder das Gehen beibringt, merkte ich schnell, das dass Ziel war, künftig das Leben im Rolli zu meistern. Wieder allein anziehen lernen, alleine vom Bett und Bad in den Rolli steigen. All die Dinge die man als Kleinkind lernen musste, und die dann aber selbstverständlich wurden. All das muss man wieder neu lernen. Ich wollte meinen Zustand , sprich die Querschnittlähmung zwar noch nicht ganz wahrhaben, wollte aber die Zeit auch nutzen um diverse Dinge wieder allein machen zu können. So „trainierte“ ich hart, machte „Überstunden“ in der Therapie und nach nur 8 Wochen, konnte ich die Rehabilitation verlassen. Zu meiner Freude hatte mein Bruder ein Auto behindertengerecht für mich umbauen lassen. In der Reha war alles „perfekt“ rollitauglich, zuhause aber merkte ich wie schwer es im Alltag sein wird. Nichts als Stufen, überall. Aber ich sah dieses nicht als „Behinderung“, sondern als Herausforderung an und bewältigte eines nach dem anderen. Somit wurde mein Alltag langsam wieder das was man einen Alltag nennen konnte und meine Selbstständigkeit kam mehr und mehr zurück. So ersparte ich mir auch das „Loch“ von dem immer alle sprachen und es ging weiter bergauf. So kam ich dann auch wieder zum Sport. Zuerst in Salzburg mit Rollibasketball wo wir mehrfacher österrischer Meister wurden. Und beim Europacup 5. Dann zog es mich aber wieder auf die Piste und ich machte einen „Skikurs“ beim Monoskihersteller Praschberger. Die ersten Tage waren schwer, aber dann ging es steil bergauf. In meiner ersten In Turin wieder Pech, nachdem ich das Abschlusstraining gewinnen konnte beim Down Hill Rennen gleich zwei mal mit Zwischenbestzeit gestoppt, da der Läufer vor mir gestürzt war und auf der strecke lag. Beim 3.!!! Start wieder Zwischenbestzeit, dann aber kurz vor dem Ziel selber abgeflogen, weil mein Ski einfach nicht mehr scharf genug war. So war der Traum vom Olympiagold weg. Da wir seit heuer in einem neuem Modus starten, mit Faktorzeiten, d.h. wir fahren alle gegeneinander mit Zeitvorsprüngen, je nach Behinderung. So fuhr ich z.B. im Super G die schnellste Zeit von allen, nach der Umrechnung war ich dann aber mit 36/100sec Rückstand 5. Slalom ist nicht meine Stärke, wurde dort aber auch super 7. Nach dem alten System hätte ich beide Bewerbe gewonnen und wäre Doppelolympiasieger geworden. Ich persönlich finde das System zwar für mich, der in der stärksten Klasse LW 12 fährt schwer, aber für den Sport gut. So gibt es nur mehr einen Sieger im Monoskifahren, und nicht wie bei diversen Sommersportarten mehrere Sieger. Das hebt den Wert und so kann der Sport auch besser „vermarktet“ werden.
Bin im Windschatten von einem Auto auch schon über 110 km bergabgefahren mir dem Handbike gefahren du Schlimmer! (Anmerkung der Redaktion). Ende 2002 machte ich mich mit meinem eigenen Modelabel Xsampl selbstständig. Ich war immer auf der Suche nach guten Kleidern die auch passen.Habe nie etwas gefunden, was auch im sitzen passte und auch dem Modeanspruch gerecht wurde. Das war der Anfang meines Unternehmens. www.xsampl.com 2001 fuhr ich zusammen mit Olli Anhofer bei der „Tour de Mur“ den Weltrekord über 340km in 10h 43 min. im Handbike. 2002 machte ich die Skitrainerprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg. 2003 wurde ich zum ersten Rollifahrer, der Fahrsicherheitstrainer wurde (Auto) für Rollis und auch für Nichtbehinderte. Ab und an mache ich Fahrtechnikkurse und Autotest für diverse Fahrzeughersteller. www.winterfahrtraining.com Wenn Zeit bleibt treibe ich meinen privaten Porsche am Ring umher. 2004 eröffnete ich zusammen mit meinem Trainer das www.vitalcenter.cc 2005 war ich Finisher beim Doppelironman ! in Klagenfurt. 27h und 24 min. Wenn Zeit bleibt vertreibe ich mir diese u.a. mit Bungeejumping, Cartfahren, Quad-Bike fahren, Rafting, Wasserskifahren und Fallschirmspringen, oder was sonst noch schnell ist und Spaß macht. Ab und zu moderierei ich für das Fernsehen und bei diversen Events. Xsampl macht auch noch den Schwalbe Rollstuhlreifenvertrieb in Österreich. Mit meinen Partnern und Sponsoren, Otto Bock und Schwalbe, arbeite ich seit gut einem Jahr perfekt zusammen und diese ermöglichen mir auch meinen Sport richtig als Profi auszuüben. So ich denke das wäre mal ein grober Auszug aus meinem Leben. „Nur“ Sportler zu sein, wäre nicht ich, es muss auch ein Leben neben und nach dem Sport geben. Web: www.rs1.at oder www.xsampl.com Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Reini Sampl |
„Nur“ Sportler zu sein, wäre nicht ich, es muss auch ein Leben neben und nach dem Sport geben.
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www.handicapsports.de |