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"Christoph Burkard
- Gold und Weltrekord"  
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Schwimmer Christoph Burkard
von Dirk Janczewski

Sein Abitur bereits in diesem Frühjahr "gebaut" hat Schwimmer Christoph Burkard aus Zimmern-Horgen, einem 750 Seelen Dorf in der Nähe des Schwarzwaldes. Ein Sonnyboy wie er im Buche steht, stets lächelnd und immer für einen lockeren Spruch gut. Trotz allem ist er sichtlich nervös, als er seine Erfolgsgeschichte ein ums andere Mal einem Journalisten in den Block diktieren soll. "Ah nee, bei meinem 400 Meter-Rennen habe ich halt aus meinen Fehlern beim 100 und 200 Meter-Rennen gelernt. Da war ich zu schnell angegangen und hinten raus eingebrochen", bleibt er bescheiden und tupft sich den Schweiß von der Stirn. Dafür lief es dann bei seinem Gold- und Weltrekordlauf (4:40,30) so gut, dass er eigentlich noch weiter schwimmen wollte. "Ich hab mich so gut gefühlt, ich war mir nicht sicher, ob ich nicht erst 300 Meter hinter mir hatte."

Ähnlich wie bei Andrea, stand auch bei ihm eine Motivation der besonderen Art im Raum. "Unsere Physiotherapeutin Simone Boltz hatte versprochen, dass jeder, der Gold holt, ihr die verfilzten Rastazöpfe mit abschneiden darf", grinst Burkard frech. Nach drei Mal Gold im Schwimmteam hat die 36jährige seit Freitag Abend eine topmoderne Kurzhaarfrisur.

Wie bei Andrea, fehlen auch ihm bereits seit seiner Geburt Gliedmassen, und zwar beide Unterschenkel. Was ihn nicht davon abhält, als seine weiteren Lieblingshobbies Skifahren und Fußballspielen anzugeben. "Das ist einfach geil, die Geschwindigkeit beim Abfahren. Da freue ich mich jeden Winter darauf. Und Fußball geht mit meinen Prothesen auch ohne Probleme, ich kann halt nur mit der Picke schießen", erzählt der rothaarige Bursche, der demnächst ein Maschinenbaustudium beginnt, dem ziemlich erstaunten Reporter.

25 Stunden pro Woche Training beim TSV Rottweil haben gefruchtet, folglich hat er sich bereits die nächsten Ziele gesteckt. Die nächste Europameisterschaft ist fest gebucht, und in Peking 2008 soll dann vielleicht mehr als nur eine Medaille raus springen.

Mit freundlicher Genehmigung,
Dirk Janczewski – Kooperationsreporter von Radio4Handicaps

 

Medaille ist gemeinsames Ziel
Zwei 20-jährige Nordschwarzwälder suchen Erfolg in Athen 

Sie sind 20 Jahre jung. Gemeinsam standen  Christoph Burkard (Zimmern-Horgen) und Tobias Graf (Loßburg-24 Höfe) bereits im "Paralympic-Team" bei einem Ausdauer-Etappenrennen vom Bodensee nach Freudenstadt, und beide holten Medaillen bei internationalen Meisterschaften. Und noch ein großes Ziel verbindet die Nordschwarzwälder: Eine Medaille bei den Paralympics in Athen.

Die Gemeinsamkeiten gehen sogar noch weiter. Beide fanden über Nachwuchslehrgänge im Skifahren den Weg zum Behindertensport. Seine guten motorischen Fähigkeiten und ein früher Kontakt zur DLRG brachten den ohne beide Unterschenkel geborenen Christoph Burkard dann fast folgerichtig zu seinem Trainer Sigisbert Ackermann in die Schwimmabteilung des TSV Rottweil.

Mit ihm gelang dem für die BSG Rottweil startenden Schüler ein rasanter Aufstieg. Platz zwei im ersten Nachwuchsrennen, erster DM-Start 1998 in Köln und bereits zwölf Monate später ein Medaillengewinn bei den Europameisterschaften in Braunschweig. Schon mit 16 Jahren qualifizierte er sich als einer der jüngsten Teilnehmer für die Paralympics in Sydney, - und brachte unvergessliche Eindrücke nach Horgen zurück. Eine ständig ausverkaufte Olympia-Schwimmhalle in Homebush Bay, die Begeisterung der Fans und eine Leistungsexplosion der Teilnehmer im Becken waren ebenso zusätzliche Motivation, wie die beiden vierten Plätze über seine Lieblingsstrecke 400 Meter Freistil und 100 m Brust.

Mit drei Medaillengewinnen bei den Europameisterschaften in Stockholm hat Christoph Burkard mittlerweile seinen Platz in der Weltelite gefestigt. Bestzeiten bei den jüngst ausgetragenen Deutschen Meisterschaften zeigen ihm und seinem Trainer Ackermann, dass man im Hinblick auf die Paralympics in Athen auf dem richtigen Weg ist. Dann will er endlich auf das Treppchen steigen, das er vor vier Jahren in Sydney gerade einmal um 27 Hundertstelsekunden verpasste.

Wimpernschlag-Entscheidungen erwartet bei den Paralympics vor allem bei den Rennen auf der Bahn auch der für RIG Freiburg startende Tobias Graf.

Arno Schade, Pressesprecher Paralympics Athen

Specials  Seite 2 Steckbrief


Christohp Burkard in seinem "Element"




"Ich bin davon überzeugt, dass durch Sport und moderne Hilfsmittel körperliche Defizite weitgehend ausgeglichen werden können und diese positiven Erfahrungen gebe ich gerne an Betroffene weiter."

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